Schriftlich wurde das Magdeburger Rat-
haus erstmals im Jahre 1293 erwähnt.


Mittelalterliche Rathäuser besaßen
Räumlichkeiten, die dem Rat zur Ausübung
seiner Amtsgeschäfte dienten.


Das war die Ratsstube, der Ratssaal, der zu
offiziellen Anlässen genutzt wurde und der
Bürgerversammlung diente, Archivräume,
die Gerichtsstube, das Gefängnis, evtl. auch
die Folterkammer, die Verkündungskanzeln
und die Gerichtslauben als Anbauten.

Vom mittelalterlichen Rathaus, welches
schon um 1250 bestand und zu den ersten
Rathäusern Deutschlands gehört, ist heute
noch der Ratskeller erhalten.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begannen die Innungen am alten Markt
Häuser mit Kaufhallen zu errichten. Der heutige Ratskeller war die Halle, die den
Kürschnern und Gewandschneidern als Lager gedient hatte. Mit 41 Metern Länge
und 11 Metern Breite stellte der Ratskeller für die damalige Zeit eine stattliche Halle
dar. Auch diente das Rathaus und der Ratskeller später nicht nur administrativen und
wirtschaftlichen Zwecken, sondern wurde auch als Spiel- und Tanzhaus genutzt.

Im Jahre 1325 wurde im Ratskeller, im heutigen Bischofssaal, bei Auseinander-
setzungen zwischen dem Erzbischof und Stadtbürgern Erzbischof Burchard III.
ermordet. Die Stadt wurde daraufhin mit dem Bann beschlagen.

Am 10.Mai 1631 wurde Magdeburg von den kaiserlichen Truppen Tilly's in Schutt
und Asche gelegt. Der Ratskeller der Stadt überstand diesen Angriff.

Seit dem Jahre 1631 dient der Ratskeller nun schon als Gaststätte. Als am 16. Januar
1945, bei der Zerstörung Magdeburgs das Rathaus schwer getroffen wurde, blieb der
Ratskeller unversehrt, so dass der Gaststättenbetrieb weitergeführt werden konnte.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Restaurant im Juli 1991 geschlossen und
komplett renoviert.

Am 18.Mai 1993 wurde der Ratskeller wiedereröffnet und steht seit dem seinen
Gästen in alter Tradition zur Verfügung.